Projektteam vor Ort in Ruanda

Reisebericht Januar 2016

Lesen Sie den Reisebericht unseres Ruanda-Teams auf der Seite Reiseberichte.

22.05.2018

Pressemitteilung zur Ruandasoforthilfe

Kinder brauchen Frieden e.V.:
Soforthilfe für Überschwemmungsopfer in Ruanda 

Weit ab vom Interesse der internationalen Berichterstattung führt seit Februar anhaltender Regen in Ruanda zu teils folgenschweren Überschwemmungen. Im hügeligen afrikanischen Projektland des Hechinger Hilfsverein Kinder brauchen Frieden e.V. (KbF) rutschen zahlreiche Hänge ab, zerstören Felder und Hütten. Auch wichtige Verkehrswege sind unterbrochen.

Zusammen mit Frau Dr. Uta Düll, die in Ruanda ein Krankenhaus betreibt, das seit Jahren vom Verein unterstützt wird, helfen nun die Hechinger den Überschwemmungsopfern. Von ihr gelangen aus erster Hand Informationen nach Hechingen, die nun die Verantwortlichen des Vereins zu einer spontanen Unterstützung veranlasst haben.

 

Glücklicherweise ist die Lage in dem immer wieder mit KbF-Hilfsgütern versorgten Flüchtlingslager Kiziba aufgrund der Regenfälle nicht schlechter geworden, berichtet der Ansprechpartner Pater Jean-Paul. Jedoch führen in anderen Regionen die monatelang anhaltenden Regenfälle dazu, dass landesweit weit über 100 Menschen gestorben sind. Frau Düll berichtete erst am Pfingstsonntag per E-Mail und am Montag telefonisch über die Situation in der Umgebung Ihres Krankenhauses.

Kleine Bäche wachsen derart schnell an und überfluten die Täler, dass beispielsweise Waren auf Märkten einfach fortgespült werden und manche Menschen nicht rechtzeitig flüchten können. Alleine in der Region um die Klinik berichtet Düll von mehr als 20 Getöteten. Diese kämen hauptsächlich durch die Sturzbäche um, die die Kinder sonst als kleine Bäche kennen. Tote oder zahlreiche leicht bis schwerer Verletzte fordern auch einstürzende Lehmhütten. So versorge Sie beispielsweise aktuell in ihrer Klinik drei Frauen mit schweren offenen Knochenbrüchen, die von Dorfbewohnern bei ihr eingeliefert wurden.

Eine Schule in Nyundo – ein Ort in der Nähe des Krankenhauses – wurden überschwemmt und Lehrmittel wurden weitgehend zerstört. Was noch zu retten ist, wird von den Mitarbeitern der Schule zwischen den Regenfällen in der Sonne getrocknet. Die Berichte und Fotos wecken in den Hechinger Helfern Erinnerungen an Überschwemmungen in der eigenen Heimat vor rund 10 Jahren hervor.

Noch nicht absehbar sind die Folgen für die einfache und somit den größten Teil der Bevölkerung, so Düll. Weitgehend abhängig vom Ertrag ihrer Felder und dem Verkauf von Gemüse auf Märkten wiegt für sie die nun fortgespülte Ernte schwer.

Die am Pfingstwochenende angelaufene Soforthilfe von Kinder brauchen Frieden e.V. wird für verschiedene Bereiche verwendet. So wird Frau Düll mit Baumaterial den Wiederaufbau von Hütten der am härtesten getroffenen Familien unterstützen. In diesem Bereich kann bereits auf bewährte Strukturen zurückgegriffen werden, da auch schon in der Vergangenheit vereinzelt Hütten für bedürftige Familien erbaut wurden. Angebunden an ihr Krankenhaus ist auch ein Ernährungszentrum, welches von KbF unterstützt wird und das nun in Folge der aktuellen Lage die Anzahl der zur Verfügung gestellten Essen erhöhen wird und die Bauern mit Saatgut unterstützen kann. Selbstverständlich wird ein Teil der Hilfsgelder auch für die nun verstärkt benötigte medizinische Erstversorgung von Verletzten eingesetzt.

Schon immer legen die Verantwortlichen von Kinder brauchen Frieden Wert darauf, neben wichtiger Soforthilfe auch möglichst nachhaltig zu helfen. Aus diesem Grund geht ein Teil der Hilfe an die erwähnte Schule, damit dort der Unterricht aufrechterhalten werden kann und die nötigsten Lehrmittel ersetzt werden.

 

Info:

Spenden können per Überweisungen unter dem Stichwort „Ruanda-Aktion“ auf das Konto DE69 6535 1260 0079 2340 34 bei der Sparkasse Zollernalb getätigt werden. Weitere allgemeine Informationen oder speziell zu Spenden sind unter www.kinder-brauchen-frieden.de zu finden. Dort wird auch über den weiteren Verlauf der Hilfsaktion berichtet.
Wer sich über den Verein informieren oder Partner aus den Projektländern selbst treffen möchte, bekommt am 15.09.2018 im Museum in Hechingen die Gelegenheit dazu. Dann wird der Verein sein 25-jähriges Bestehen feiern.

Neues aus dem Gesundheitszentrum Gikonko

Fabiola
Martha
Seminar

Januar 2017 - Gesundheitszentrum Gikonko Butare / Südruanda
Im vergangenen Jahr konnten im Gesundheitszentrum Gikonko von Frau Dr. Uta Düll wieder 90 kleine Hydrocephalus-Patienten operiert werden - mehr als je zuvor. Zusätzlich konnte auch für deren Nachsorge garantiert werden.

 

Hydrozephalus ist die Bezeichnung für eine Wasserkopfbildung, welche zu schweren Folgeschäden führt, wenn nicht operativ Abhilfe geschaffen wird.


Ein Beispiel ist die kleine Martha. Sie kommt aus der Stadt Goma im Kongo und ist Halbwaise. Der Vater starb vor ihrer Geburt. Ihre Mutter hat 6 Monate lang verschiedene Krankenstationen, Ärzte, Krankenhäuser aufgesucht, bis sie an das Gesundheitszentrum Gikonko von Dr. Düll verwiesen wurde. Mit 6 Monaten wurde Martha dann dort operiert. Zunächst bekam sie ein Ventil gegen den Hydrocephalus implantiert, das dafür sorgt, dass überschüssiges Hirnwasser ablaufen kann. Danach erfolgte eine weitere Operation, da sie auch an einer Spina Bifida (Neuralrohrfehlbildung, unvollständiger Verschluss der hinteren Wirbelbögen) litt. Martha ist deshalb querschnittsgelähmt, aber dank der finanziellen Förderung von Paten kann sie nun mit 1 Jahr schon sitzen, lachen und beginnt zu plaudern.


Vor kurzem hat sie mit ihrer Mutter an einem Seminar für Spina Bifida Patienten und Angehörige im Gesundheitszentrum Gikonko teilgenommen. Es ging um Ratschläge zu einer multidisziplinären Rehabilitation, so gut wie es eben auf dem Land in Ostafrika möglich ist.


Dank der Unterstützung unserer Paten sind auch Fahrtkosten für die dreistündige Anreise kein Hindernis für Martha zu kommen, und die Familie erhält noch eine kleine finanzielle Hilfe auf den Weg, denn wenn Martha im Krankenhaus ist, bleiben die 6 Geschwister alleine in Goma zurück.

Eine weitere kleine Patientin ist Fabiola. Sie kam als Frühchen und Zwilling zur Welt. Leider starb ihr Brüderchen kurz nach der Geburt. Aber Fabiola hat eine sehr liebevolle Mutter, die die Kleine mit ihren 900g immer auf der Brust trug. Leider schwoll ihr Kopf zunehmend an und es wurde auch ein Hydrocephalus diagnostiziert. Im Gesundheitszentrum Gikonko wurde sie aufgepäppelt. Mit 2 kg wurde ihr dort dann ein Hyrocephlaus-Ventil implantiert, was Fabiola sichtlich guttat. Sie begann zu lachen und entwickelte sich prächtig. Auch hier wäre die Operation und der lange Krankenhausaufenthalt nicht möglich gewesen ohne die Hilfe von Paten und der Operationsmaterial-Spenden der Firma Miethke. Die Mutter war ohne Sorgen, sie wurde während des stationären Aufenthaltes ernährt und es fehlte ihr an nichts.

 

Dass diese beiden Mädchen und 88 weitere Kinder heute leben dürfen ist der Hilfe unserer Paten und der Ventilherstellerfirma Miethke, welche die Shunts (Ventile) kostenlos zur Verfügung stellt, zu verdanken.


Darüber hinaus wurde auch in 2016 wieder im Ernährungszentrum, welches dem Gesundheitszentrum Gikonko angeschlossen ist, über 100 Familien aus Notsituationen geholfen.


Herzlichen Dank an alle Paten und Spender, die all dies erst möglich machen!

Unsere Rundbriefe

Mit unserer jährlichen Rundbriefen bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich regelmäßig über die Entwicklung unserer Projekte zu informieren. Mitglieder und Paten erhalten die Rundbriefe zugesandt.

 

Hier können Sie die Rundbriefe der letzten Jahre herunterladen