Kinder brauchen Frieden besucht Projekte in Sri Lanka

Das kleine Mädchen ist noch neu in der Blindenschule

Am 15.9. machte sich die Sri-Lanka Gruppe auf den Wegdie Projekte vor Ort zu besuchen. Die erste Station war die Blinden- und Taubstummenschule in Tangalle. Mit Süßigkeiten vollgepackt fuhren wir, Maria Dolores Fernandez, Birgitt Schwarz, Tobias Schwarz und ich, Cornelia Bierlmeier, in die Blindenschule. Leider waren nicht alle Schüler da, da noch Ferien waren und die Kinder, die nach Hause konnten, natürlich heimgefahren waren. Immerhin trafen wir doch noch 25 Schüler an, deren Eltern einfach zu arm sind, um das Kind während der Ferien zu versorgen. Andere mussten arbeiten und konnten sich nicht um ihr Kind kümmern. Wir wurden sehr neugierig von den Kindern empfangen. Jeder von uns wurde nach seinem Namen gefragt und mancher Name sorgte für Gelächter. Die Kekse und Bonbons wurden schnell verteilt und die Köchinnen der Schule kochten Tee. Also hatten wir Zeit in gemütlicher Atmosphäre mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Es wurde gesungen und gelacht. Ein kleines Mädchen fiel uns besonders auf, sie saß ganz alleine an einem Tisch. Sie war noch nicht lange in der Schule und hatte wohl noch großes Heimweh. Schön war es für uns zu sehen, wie die anderen Schüler sich um sie bemühten.

Tanzunterricht in der Taubstummenschule

Es wurde uns aber auch bewusst, dass unsere Hilfe vonnöten ist. Nicht nur der Zuschuss zum Essen, nein wie wir gesehen haben, ist auch Geld, dass die Kinder in den Ferien nach Hause können, notwendig. Hygieneartikel für die Mädchen und Geld für Unterwäsche wird dringend benötigt. Auch fehlt es an Geld für Medikamente.

Nach der Teestunde ging es dann weiter in  die Taubstummenschule, ebenfalls in Tangalle. Nach einem kurzen Gespräch mit der Rektorin gingen wir in die Tanzklasse. Tanzklasse, das hört sich als Spaß für die Kinder an, ist es aber nicht, es ist harte Arbeit für die taubstummen Schüler die nur anhand der Schwingungen, die die Musik verursacht, ihre Tanzschritte und Bewegungen lernen. Natürlich ist auch ein Tanzlehrer anwesend. Dieser Unterricht ist für viele der Schüler die einzige Möglichkeit später einmal ein selbständiges Leben zu führen und Geld zu verdienen. Eine der Schülerinnen tanzt inzwischen in einer professionellen Tanzgruppe. Die Gruppe der Schule ist inzwischen so gut, dass sie auch schon für öffentliche Auftritte gebucht werden und somit Geld zu ihrer Ausbildung beisteuern können.

Treffen mit Sasindu und seinem Bruder

Für uns war das sehr beeindruckend. Nach der Tanzvorführung begannen die Schüler uns die Gebärdensprache beizubringen. Auch wollten sie genau wissen wo wir herkommen, was dann auf einer an der Wand hängenden Weltkarte gezeigt wurde. Die Schüler und wir hatten viel Spaß miteinander. Der Lehrer trug uns noch einen besonderen Wunsch vor: Die Gruppe benötige dringend Make-Up, damit sie ihre Vorführungen, zu denen sie gebucht worden sind, machen können. Es handelte sich dabei um einen Betrag von 100€. Gerne erfüllten wir diesen Wunsch und bekamen dann auch prompt drei Tage später Bilder von Make-Up, Lippenstiften und, und, und, auf unser Handy geschickt. Die Rechnung wurde unserer Partnerin Frau Geetha da Silva übergeben, die im Auftrag von „Kinder brauchen Frieden“ diese Projekte vor Ort betreut.

Am nächsten Tag besuchte uns Sasindu mit seiner Mutter und seinem großen Bruder. „Kinder brauchen Frieden“ hatte Anfang des Jahres die Augenoperation des kleinen Sasindu, dank Spenden aus Hechingen, finanziert. Dem Jungen konnte somit weiterhin ermöglicht werden Schatten zu erkennen. Im nächsten Jahr steht eine weitere Operation an. Auch diese werden wir dem Kleinen ermöglichen. Sein größerer Bruder ist ebenfalls blind. Das Schicksal dieser Frau und ihrer beiden Jungs hat uns sehr berührt und die Dankbarkeit, die sie uns entgegenbrachte hat uns doch sehr beschämt.  Auch hier haben wir alles richtig gemacht und ohne in Eigenlob zu verfallen kann ich nur sagen: „Kinder brauchen Frieden“ leistet tolle Arbeit, auf die wir stolz sein können. Aber, wie ich immer sage, ohne die Hilfe unserer Spender könnten wir gar nichts machen. Ihnen gehört der Dank, auch von dem kleinen Sasindu.

Besuch mit Iresha bei Harini und ihrer Mutter

Am nächsten Tag fuhren wir nochmals in die Blindenschule, um organisatorische Dinge und über das zukünftige Budget zu sprechen. Am Nachmittag trafen wir uns mit unserer Partnerin Geetha, die uns ein wunderbares Curry zubereitet hatte und sprachen über das zukünftige Vorgehen in den Projekten. Danach machten wir uns auf den Rückweg nach Colombo. Auf der Strecke dort hin wollten wir aber noch Harini besuchen. Ein Mädchen, das von einem Paten aus Hechingen unterstützt wird, damit es eine bessere Schule besuchen kann. Das Mädchen ist hochintelligent und die Mutter hätte das Geld nicht, dem Kind diese Schulbildung zu ermöglichen. Harini war uns gegenüber sehr schüchtern aber sie holte sofort ihre Zeugnisse heraus und zeigte sie uns voller Stolz. Nur blendende Noten. Harini möchte einmal Medizin studieren und wenn sie so weitermacht, wird sie ihr Ziel auch erreichen. Betreut wird die Familie von Frau Iresha Kumari. Sie ist Commissoner beim Jugendamt und hat uns bei diesem Besuch begleitet. Wir kennen Frau Iresha schon sehr lange, sie hat ganz am Anfang unserer Arbeit das Kinderheim in Panadura geleitet und dort mit unserer Hilfe Erstaunliches für die Kinder geleistet. Sie hatte sich sofort bereiterklärt die Betreuung von Harini zu übernehmen. Sie verwaltet auch das Schulgeld damit sichergestellt ist, dass das Geld des Paten auch für die Schulbildung ausgegeben wird.

Der Hang droht beim nächsten Monsun abzurutschen und gefährdet das Dorf

In Colombo angekommen, erst einmal schlafen, denn schon am nächsten Tag geht es weiter nach Hanwella, in unser Familiendorf. Unsere Partner von „Children need Peace Organization Sri-Lanka“, Mr. Indrika Chandraratne und Mr. Milton da Silva, haben uns in Colombo abgeholt. Zuerst haben wir unsere Unterkunft in der Nähe von Hanwella bezogen. Anschließend waren wir zum Essen bei Mr. Indrika und seiner Familie eingeladen. Es gab Reis und Curry. Hier wurden schon die ersten Gespräche geführt, wie es in Zukunft weitergehen soll in Hanwella. Es war aber auch ein Abend des Kennenlernens, da unsere Partner Maria Fernandez zum ersten Mal trafen und sie in Zukunft die Leitung des Sri-Lanka Projektes  bei „Kinder brauchen Frieden“ übernehmen wird. Maria wurde mit sehr viel Herzlichkeit empfangen und wurde sofort als neue Projektleiterin akzeptiert. Am nächsten Tag stand dann der Besuch im Familiendorf Hanwella an. Die Dorfbewohner empfingen uns sehr herzlich. Dann, was einfach so üblich ist, versammelten sich alle im Gemeinschaftsraum, um von ihrem Leben im Dorf zu berichten. Unsere Partner ließen die Geschichte des Dorfes Revue passieren von der Landsuche über die Grundsteinlegung bis heute. Auch wurde wieder an Michael Bierlmeier, meinen Mann, erinnert, was mich sehr gefreut hat. Alle hielten ihre Reden, es war sehr emotional. Wir konnten uns überzeugen, dass keiner der Bewohner im Luxus lebt. Unsere Unterstützung reicht gerade einmal für das Nötigste, sodass die Familien gezwungen sind sich Jobs zu suchen. Das ist auch gut so, wir wollen die Menschen ja nicht in eine Abhängigkeit bringen. Wir haben allerdings zwei Familien, die das Dorf wohl nie verlassen können. Eine der Familien ist die Familie Kumari. Der Vater ist im Dorf gestorben. Er saß im Rollstuhl und war ein bemerkenswerter Mann. Trotz seiner Behinderung hat er sich sein Tuk Tuk, das er beim Einzug in das Dorf mitgebracht hatte und das für ihn umgebaut worden war, nach einigen Jahren reparieren lassen um wieder damit Geld zu verdienen. Das Geld dafür hat er sich über 10 Jahre zusammengespart. Leider hat er nicht mehr erlebt, wie die Erlaubnis, dass er wieder Personen befördern darf, von der Behörde kam. Seine Frau ist schwer zuckerkrank und ihre Tochter mongoloid. Frau Kumari wird nie arbeiten können. Das Geld für ihre Medikamente hätte sie nicht und die Tochter könnte nie in eine Förderschule gehen, wie sie es jetzt kann. Diese Beiden werden uns erhalten bleiben. Sonst klappt es recht gut in Hanwella. Die Familien haben einen Vertrag über zwei Jahre und wenn sie es geschafft haben ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, ziehen sie aus dem Dorf aus und neue Familien rücken nach. Die meisten Familien hatte ich noch nicht gesehen, auch gab es einige neue Kinder im Dorf. Was unsere Partner dort leisten ist unbeschreiblich. Beim letzten Monsunregen, der das Land sehr getroffen hatte, große Teile Sri-Lankas standen unter Wasser, viele Menschen haben ihr Zuhause verloren und es gab viele Tote. Unser Dorf ist glimpflich davongekommen. Die Häuser haben dank unserer Baumaßnahmen keinen Schaden genommen. Jedoch ist ein Hang abgerutscht und die Straße ist stark beschädigt. Wir konnten etwas Geld dort lassen, damit die Arbeiten am Hang beginnen können. Denn sollte er weiter abrutschen, sind unsere Häuser gefährdet. Unsere Partner haben bereits Erde abgetragen, aber das geht nur mit großen Gerätschaften. Die Kosten dafür haben sie privat aufgebracht, die ganze Sanierung des Hanges können sie allerdings nicht finanzieren.

Die blinden jungen Männer mit ihrer Mutter

Die Straße muss ebenso dringend saniert werden. Jetzt denken sicher einige, dass eine Straße nicht so wichtig ist. Das stimmt im Normalfall. Aber die sogenannte Straße ist ein etwas breiterer Weg, der geteert ist. Dies ist für Rollstuhlfahrer im Dorf sehr wichtig, sonst könnten sie sich dort nicht selbständig bewegen. Auch für unsere beiden blinden jungen Männer ist die reparaturbedürftige Straße sehr gefährlich. Wir konnten uns selbst davon überzeugen, dass die Beiden auf ihrem Weg durchs Dorf, der eine auf dem Weg zur Bushaltestelle von wo er zur Arbeit fährt, mehrmals stürzten, was wirklich sehr gefährlich ist.

Also müssen wir nach Spendern suchen, die uns helfen alles wieder in Ordnung zu bringen. Wir würden uns freuen, wenn der Eine oder Andere sich entscheiden könnte, die Projekte in Sri Lanka zu unterstützen. Das sind wirklich gute und erfolgreiche Projekte, die der armen Bevölkerung und vor allem den Kindern helfen.

Unser Spendenkonto:
Konto: 79234 034 BLZ:  653 512 60
IBAN: DE69 6535 1260 0079 2340 34
Swift-BIC: SOLADES1BAL


Verfasser: Cornelia Bierlmeier