Bewegende und glückliche Momente

Es war schon ein komisches Gefühl nach drei Jahren wieder einmal nach Sri-Lanka zu fliegen, in der Zwischenzeit war in meinem Leben so viel passiert. Jetzt bin ich die erste Vorsitzende und besuche in dieser Funktion unser Projekt das Familiendorf Hanwella in Sri-Lanka, zusammen mit Werner Stritzelberger. Ein Projekt das meinem Mann sehr am Herzen lag.

Die Ankunft im Flughafen Colombo war überaus herzlich unsere Partner holten uns am Airport ab. Es war so, als würde man zu guten Freunden kommen. Wir hatten nur eine Woche Zeit, um alles zu regeln. Das meiste waren organisatorische Dinge, die einiger längerer Gespräche bedurften. Aber am meisten freute ich mich auf den Besuch im Dorf. Wie geht es wohl den Menschen heute? Ich durfte vor drei Jahren bei der Einweihungsfeier dabei sein. Diese Bilder werde ich nie vergessen.

Damals sind die Familien mit ihrem vom Tsunami übrig gebliebenen Habseligkeiten , die in eine Plastikeinkaufstasche passten, in die Häuser eingezogen. Ihre Gesichter waren von dem Erlebten gezeichnet und strahlten wenig Hoffnung aus. Eine Familie hatte sich mir besonders stark eingeprägt: Vater, Mutter ein schwerstbehinderter Sohn (geistige Behinderung und Spastik), eine Tochter die blind ist und geistig behindert und ein kleiner gesunder Sohn. Sie waren nach dem Tsunami bei einem Verwandten untergekommen. Da der behinderte Sohn plötzlich sehr aggressiv wurde, hatten die Verwandten die Familie kurzerhand auf die Straße gesetzt. Die Tränen des Vaters werde ich nie vergessen, als wir ihm den Schlüssel zu der neuen Wohnung überreichten.

Auf der Hinfahrt zum Dorf stellte sich bei mir ein Gefühl von Freude aber auch ein Gefühl von Skepsis ein. Wir waren hier her gekommen, um zu sehen ob all die Renovierungsarbeiten durchgeführt worden sind, ob das Gesundheitszentrum steht sowie die Batik und Nähwerkstatt in Betrieb ist. Im Nachhinein schäme ich mich für meine Skepsis und verstehe nicht wie sie überhaupt aufkommen konnte. Als wir mit unseren Partnern in das Dorf einbogen wich all die Skepsis und wandelte sich in Begeisterung. Die Häuser waren alle neu gestrichen in „Kinder brauchen Frieden Blau“. Alles sah so ordentlich und gepflegt aus. Schnell liefen die Menschen auf uns zu und meine Gefühle fuhren Achterbahn. Ich musste mir die Tränen unterdrücken, was aber ehrlich gesagt nicht lange gelang. Die Menschen sahen völlig anders aus, ja ich kann sagen ihre Gesichter strahlten.

Der schwerstbehinderte Junge zeigte keinerlei Anzeichen von Aggressivität. Und das ohne irgendwelche Medikamente. Schon allein dafür hat sich die Arbeit von Kinder brauchen Frieden gelohnt. Wir und unsere Partner vor Ort haben diesen Menschen wieder eine Perspektive gegeben, die ihre Gesichter strahlen lässt. Mit Begeisterung zeigen uns unsere Partner die Batik- und Nähwerkstatt in der fleißig gearbeitet wird. Hier erhalten Behinderte und Nichtbehinderte eine Ausbildung.

 

 

Dafür hat Kinder brauchen Frieden extra Lehrer eingestellt. Zur Zeit werden Wickelröcke Sarongs und Blusen hergestellt. Diese sollen in Sri-Lanka aber auch in unserem Laden in Hechingen verkauft werden. Auch wir durften unser Können unter Beweis stellen was aber gründlich in die Hose ging. Ich glaube die Dorfbewohner hatten viel Spaß mit uns. Das Therapiezentrum oder wie unsere Partner sagen Medical Center ist inzwischen auch ausgestattet. Doch leider fehlt noch das Geld um einen Therapeuten einzustellen. Ein Grund dafür ist das die Preise in Sri-Lanka um circa 35% gestiegen sind und wir dadurch auch mehr Geld aufbringen müssen um das Dorf zu erhalten. Um das Dorf auf ein sicheres Fundament zu stellen benötigen wir dringend Paten - viele Paten. Aber auch jede Einzelspende hilft uns weiter.

 

 

Es lohnt sich für diese Menschen weiter zu kämpfen. Bessere Arbeit hätten unsere Partner vor Ort nicht machen können, auf diese Partner können wir uns 100 Prozent verlassen. Zum Abschluss wollte ich aber Sri-Lanka nicht verlassen, ohne einen kurzen Besuch in Pannadura im Kinderheim, das Kinder brauchen Frieden unterstützt und aus dem mein Mann und ich vor 25 Jahren unseren Sohn Vijaya adoptiert haben, zu machen. Auf dem Weg dort hin haben wir noch schnell drei Dreiräder gekauft. Diese wurden von den Kindern dort mit Begeisterung entgegen genommen. Und dennoch bedrückte mich die Atmosphäre in dem Heim.

 

 

All die kleinen Geschöpfe, sie hätten ein liebevolles Zuhause so nötig. Aber auch diesen Kindern werden wir weiter helfen das kann ich jedem versichern. Ich würde mich freuen wenn der Ein oder Andere sich für eine Patenschaft entschließen könnte ,so eine Patenschaft ist auch immer ein tolles Geschenk egal zu welchem Anlass.

 

 

Mit lieben Gruß

Ihre Cornelia Bierlmeier

 

 

 

Vor einer Veröffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der Pressestelle von Kinder brauchen Frieden. Herzlichen Dank

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Unsere Rundbriefe

Mit unserer jährlichen Rundbriefen bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich regelmäßig über die Entwicklung unserer Projekte zu informieren. Mitglieder und Paten erhalten die Rundbriefe zugesandt.

 

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