Reisebericht Ruanda Kinder brauchen Frieden e.V.

Kinder brauchen Frieden e. V. in Ruanda 2010


Von Ende Mai bis Anfang Juni war eine Arbeitsgruppe von KbF um die Projektleiter Michael Eberhardt und Matthias Holzmann in Kigali/Ruanda auf Projektreise, um die Arbeit mit den Partnern zu intensivieren. Begleitet wurden die ehrenamtlichen Mitarbeiter von einer freien Fotografin und einem freien Journalisten.

Nach der Neustrukturierung der Vereinsführung hatten die Projektleiter die Aufgabe, die Projektarbeit um das Kinderdorf weiter voranzutreiben und die Nachhaltigkeit des Projektes, welches schon seit mehr als 9 Jahren besteht, zu festigen. Im Zuge vieler koordinativer und organisatorischer Gespräche zeigten sich Probleme, die zwangsläufig wohl in allen Projekten auftauchen könnten – die finanziellen Ansprüche steigen nicht nur in Industriestaaten, sondern auch in so genannten Entwicklungsländern. Dies bedeutet ganz einfach ausgesprochen, dass die Kosten für das Kinderdorf in den letzten Jahren kontinuierlich anstiegen. Erschwerend kommt die Weltwirtschaftkrise hinzu, die ihre Spuren auch in Ruanda hinterlässt und der Verein mit dem Wertverlust des Euros deutlich zu kämpfen hat. Das Kinderdorf hat seit dem letzten Jahr 20 Kinder mehr aufgenommen. Kinder von Frauen, die im Gefängnis untergebracht sind, werden durch die Regierung auf Kinderheime verteilt, so auch auf das Kinderdorf. Die Zahl beträgt aktuell 104 Kinder!

Ein weiteres Thema der Reise war das Programm für die Jugendlichen, die das Dorf verlassen. KbF will nach dem Verlassen des Kinderdorfes die Jugendlichen nicht ihrem Schicksal in Kigali überlassen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Ruanda extrem hoch und so unterstützt der Verein die Jugendlichen mit einem kleinen Betrag. Zur Zeit befinden sich 36 junge Erwachsene in diesem Programm, von denen jedoch einige austreten werden, da sich die Bemühungen dieses Programms und einer eigenen gegründeten Kooperative langsam positiv bemerkbar machen. Das bedeutet, die Jugendlich finden nach Ausbildung und Studium eine Arbeit um endlich auf eigenen Füßen zu stehen.

Während der zwei Wochen in Ruanda hatten die Kbf-Mitglieder einen weiteren vollen Arbeitsplan zu erfüllen. So gab es eine Reise in den Süden des Ostafrikanischen Landes, um die Bonifaziusschwester und Ärztin Uta Düll, bei Huye zu unterstützen. Durch großzügige Spenden der Firmen Aesculap und Miethke, sowie anderer privater Spender, konnte der Verein das so genannte „Buschkrankenhaus“ mit Medikamenten, OPGeräten und mit den wichtigen Ventilen für die Hydrocephalus-Krankheit versorgen.

Eine weitere Projektreise führte den Verein, wie zuletzt 2007, in den Westen Ruandas nach Kibuye in die Kivu-Region. Hier wird schon seit Jahren eine Schwesternorganisation mit kleinen finanziellen Beträgen unterstützt, die sich um ein kongolesisches Flüchtlingslager kümmert. Aktuell leben in diesem Flüchtlingslager ca. 19000 Menschen, die weder Aussicht auf die Wiederkehr in ihre über den See gelegenen Heimat, noch auf eine Akzeptanz in der ruandischen Bevölkerung.

 

Trotz alle Schwierigkeiten sieht der Verein natürlich die positiven Ergebnisse seiner Entwicklungshilfe. Das Kinderdorf ist nach wie vor eine sehr angesehene Instanz in Ruanda und die Kinder des Dorfes und ebenfalls die jungen Erwachsenen, erhalten so gut es geht neue Perspektiven. Die Zusammenarbeit mit den einheimischen Partnern steht auf einem soliden Fundament. Und um all diese Dinge zu sichern, ist der Verein weiterhin auf die finanzielle Unterstützung angewiesen. Denkbar wären spezifische Spenden oder um einen kontinuierlichen Beitrag zu leisten, eine Patenschaft für das Kinderdorf.

 

Vor einer Veröffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der Pressestelle von Kinder brauchen Frieden. Herzlichen Dank