Aktueller Jahresbericht 2016

Lesen Sie mehr über die Behandlung der Hydrocephalus-Kinder im Buschkrankenhaus im vergangenen Jahr 2016 auf der Ruanda-Startseite.

Hydrocephalus

Ein Hydrocephalus (griechisch hydro-Wasser, kephalē - Kopf‘) ist eine krankhafte Erweiterung der mit Liquor gefüllten Flüssigkeitsräume des Gehirns. Er wird auch Wasserkopf genannt.

Entstehung des Hydrocephalus

Die Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit wird in bestimmten Gefäßknäueln vor allem in den beiden Seitenventrikeln, aber auch im dritten und vierten Ventrikel erzeugt. Nach Durchfluss der Ventrikel gelangt der Liquor in den äußeren Liquorraum. Dort verteilt er sich im gesamten Gehirn und Rückenmark umgebenden Zwischenraum, und wird zuletzt durch die Arachnoidalzotten im Bereich und der Spinalnervenaustritten wieder in das Blut aufgenommen.

 

Die ständige Gesamtmenge des Liquors beläuft sich beim Erwachsenen auf ca. 150 Milliliter. Da die Plexus choroidei pro Tag etwa einen halben Liter Liquor produzieren, wird der Liquor innerhalb von 24 Stunden dreimal ausgetauscht.

 

Resorption und Produktion halten sich im Normalfall im Gleichgewicht. Wenn aber zu viel Liquor produziert wird, die Verbindung zwischen den einzelnen Liquorräumen verschlossen ist, oder wenn zu wenig Flüssigkeit resorbiert wird, kann sich ein Hydrocephalus entwickeln.

 

Abfluss- und Resorptionshindernisse sind meist die Folge einer Hirnhautentzündung, oder einer angeborenen oder frühkindlichen Fehlbildung des Gehirns. Auch pränatale Infektionen des Gehirns bei Föten können einen Hydrocephalus auslösen. Außerdem kommen Einblutungen in liquorführende Hirnstrukturen und Tumoren in Betracht. Auch durch die Erhöhung des Hirndrucks selbst (beispielsweise durch eine Blutung) kommt es zu einem Resorptionswiderstand.

Angeborene Ursachen

Folgende angeborenen Krankheiten sind häufig mit der Entwicklung eines Hydrocephalus verbunde: Bei Föten und Säuglingen kann der Kopf wegen der noch unfesten Schädelknochen ballonartig aufgetrieben sein. Begleiterscheinungen können z. B. Kopfschmerz, schwallartiges Erbrechen, Sonnenuntergangsphänomen, Doppelbilder und Epilepsie sein. Weitere Hirndruck- und Ausfallerscheinungen sind möglich.

Da der Schädel nach Verschluss der Knochennähte und der Fontanellen die intrakranielle Volumenzunahme nicht durch Größenzunahme ausgleichen kann, kommt es zu einem Druckanstieg im Schädel mit Verlagerung von Hirnanteilen in Richtung des großen Hinterhauptsloches. Bei dieser Verlagerung können lebenswichtige Anteile des Gehirns eingeklemmt werden. Da diese lebenswichtigen Anteile des Gehirns für die Funktion des Herz-Kreislauf- und des Atemsystems unverzichtbar sind, führt eine Einklemmung mit Schädigung dieser Anteile des Gehirns zum Herz-Kreislauf- und Atemstillstand und damit zum Tode.

Therapie

Bei erhöhtem Hirndruck wird eine frühestmögliche Entlastung durch Liquorableitung mittels einer Drainage angestrebt. Dabei wird der Liquor cerebrospinalis durch einen Shunt z. B. in die Bauchhöhle, abgeleitet.

Kinder brauchen Frieden e.V.

Die notwendige Operation zum Einsetzen eines sogenannten "Shunt" und der Shunt selbst, sind für viele Eltern von Hydrocephaluskindern in Ruanda nicht zu finanzieren. Hier unterstützt Kinder brauchen Frieden die Eltern, so dass ihre Säuglinge und Kinder wieder eine Lebenschance erhalten. In einer Buschklinik im Süden Ruandas operiert unsere Partnerin Frau Dr. Uta Düll die von der Herstellerfirma Miethke gespendeten Shunts. Die Operationskosten und die Kosten der Nachsorgen werden durch Paten und weitere Spenden abgedeckt.

 

Herzlichen Dank im Namen aller kleinen Patienten und deren Familien!

 

(Quelle der Texte: www.wikipedia.de)