Behindertenheim Ilakov Ruit

Weit oben im Balkangebirge liegt der kleine Hauptort Elena. Mit den zahlreichen kleineren Ortschaften, beträgt die Einwohnerzahl ca. 5000 Einwohner. Viele von ihnen verlassen die Dörfer, nur alte Menschen, die nicht mehr fortkommen, sind noch anzutreffen. Die jüngeren haben sich längst in die größeren Städte oder ins Ausland abgesetzt.


In Elena einer der kleineren Ortschaften, ist das Kinderheim, “Ilakov Ruit“ für geistig und körperlich behinderte junge Menschen. Sie wurden einfach vergessen Sie sind weit weg vom Alltag der bulgarischen Bevölkerung. In Bulgarien soll es ein neues  Konzept geben, in dem Kinder aus Waisenhäusern in Wohngemeinschaften umziehen sollen. Eine tolle Idee, vergessen hat man bei diesem Konzept aber genau diese Menschen. Behinderte Menschen, die den ganzen Tag auf Betreuung angewiesen sind.


Wenn man das Heim von außen betrachtet, fallen einem sofort die vergitterten Fenster und die verschlossenen Türen auf. Ein unverkennbarer  Geruch von Putzmittel, Urin und Nässe steigt einem in die Nase.


Es fehlt an Allem. An Nahrung, an ausreichenden Hygieneartikeln und an  Beschäftigung  für die jungen Menschen, deren Leben sich ausschließlich in Ihren Schlafräumen oder im Klassenzimmer abspielt.  Vom Leben draußen nehmen sie kaum etwas wahr.


Im Haus neben dem Heim ist für diejenigen die mit 18 Jahren das Heim verlassen müssen, durch eine engagierte, pensionierte Heimleiterin, eine Art betreutes Wohnen entstanden, die behinderten Kinder wären sonst in ein Altersheim gekommen.
Die Betten darin sind eine Katastrophe, Bettrahmen und ein  Lattenrost aus Metall, der sich bis auf den Boden durchbiegt und  Matratzen welche den Namen gar nicht verdienen.


Dringend werden hier neue Betten mit einem entsprechenden Nässeschutz benötigt. Es werden eigene Tomaten angebaut und die jungen behinderten Menschen kochen für sich selber. Die Gemeinde Elena  mit ihrem engagierten Bürgermeister ist stolz, dass es ihnen gelungen ist, eine solche Einrichtung zu schaffen.


Bei einer Arbeitslosigkeit in der Gemeinde von über 30 Prozent und den knappen Mitteln des Staates, brauchen diese Menschen im Armenhaus von Europa Hilfe aus dem Ausland.


Für den Einsatz dort entschädigt dann vor Ort der grandiose Ausblick über die Berge des Balkangebirges. Und die Dankbarkeit von Menschen die es verdient haben, dass man sich auch für sie einsetzt.