Ankunft in Balvan


3. und 4. Tag - Von Moraske Toplice bis nach Balvan

Für diese Etappe sind uns nun gleich mehrere Titel eingefallen, am besten trifft es wohl „Schlaflos in Rumänien“. Am Ende stand die Ankunft im Kinderheim in Balvan.

 

Doch der Reihe nach: Die Tagesaufgab e: T-Shirts vom Berlin-Marathon an Bedürftige verteilen. Aber schon nach 20 km hat sich Emmas Kühler quasi direkt auf dem Grenzstreifen im Niemandsland zwischen Slowenien und Ungarn verabschiedet. Das hat uns eineinhalb Stunden feinste Teamarbeit abverlangt – schließlich gelang es , den Kühlerkopf mittels Trockenbauschrauben, Kühlerdichtmittel und natürlich einem Gaskocher und einer Metallsäge zu reparieren.

 

Wegen der nun langsam drückenderen Zeitnot sind wir dann ohne größere Pausen und Umwege durch Ungarn geheizt, haben die Puszta aus dem Auto bewundert und waren am Abend noch vor Einbruch der Dunkelheit an der rumänischen Grenze. Unterwegs noch kurz getankt und ein Bier getauscht – das wars in Ungarn. 

 

In Rumänien angekommen gestaltete sich das Grenzfoto als Herausforderung – der nette Beamte erklärte uns freundlich aber sehr bestimmt, das Fotos von der Grenze nicht drin sind. So haben wir erfahren, dass erst kurz vorher auch ein anderes Team durchgekommen war – wir lagen also nicht so weit zurück.

 

Aber abends 20.00 Uhr noch immer 1000 km bis Balvan. Also weiter, erst nach Timisoara und dann nach Calafate an den Grenzübergang mit Donaubrücke. Nachts um halb 3 nach guten 800 km Fahrstrecke kamen wir völlig kaputt, erledigt und hundemüde in Calafate an. Nur um festzustellen, dass die in der Karte versprochene Grenzbrücke leider noch nie existiert hat – stattdessen gibt es hier eine Fähre, die leider per Ehrenkodex verboten ist. Die gute Nachricht: nur schlappe 300 km weiter gibt es die versprochene Brücke.

 

Eine schwere Entscheidung für uns. Unzählige Tassen Kaffee und Dosen Red Bull (die gab es im Sonderangebot an der Tanke) sind wir dann schließlich in Ruse auf der bulgarischen Seite der Donau angekommen. Der Weg dahin war wunderschön im Sonnenaufgang anzusehen. Und das gleichmäßige Rattern unserer Fahrwerke auf der mit Schlaglöchern zusammengehaltenen Piste sorgte für ein echtes Rallyefeeling. Kurz vor der Grenze trafen wir noch auf das Team 2, so dass wir auch hier die Tagesaufgabe 4: jemandem einen Maibaum bringen erfüllen konnten.

 

Ankunft in Balvan

 

Tagesaufgabe 3 musste noch bis Balvan warten, davor noch ein ausgedehntes Frühstück im Weinberg. Nach 31 Stunden Reisezeit schließlich Ankunft in Balvan, wo wir nach kurzer Suche auch das Kinderheim fanden. Dort hat man uns schon erwartet, wir bekamen Betten für die Nacht, eine lang ersehnte Dusche und ein wunderbares selbstgekochtes Essen.

 

Die Autos waren flugs entladen und auch die Berlin-Marathon T-Shirts wechselten rasch den Besitzer. Strahlende Kinderaugen sind einfach etwas Wunderbares. Der Hausmeister des Heimes hat früher in Heidelberg gearbeitet, hat uns alte Fotos gezeigt und uns auch hinsichtlich der weiteren Route bis nach Istanbul beraten.

 

Außerdem haben wir für den Abend direkt noch eine Einladung in die Dorfkneipe bekommen, die aber wohl nur die ganz Harten unter uns noch annehmen können. Allerdings ergibt sich hier vermutlich wieder eine prima Gelegenheit zum Biertauschen –womit diese Aufgabe dann auch endlich erfüllt wäre. Aufbruch ist für 1.30 Uhr nachts geplant: Istanbul wir kommen!


Bilder aus Balvan